Wie man Veränderung zu seinem Verbündeten macht!

„Die einzige Konstante im Universum ist die Veränderung!“ Heraklit 

Das Leben besteht aus Veränderung, es ist Veränderung. Menschen, Gruppen, Organisationen und natürliche wie soziale Systeme sind ein „Geschehen“ und keine feststehenden Objekte, sie leben, verändern sich. Nichts ist von Bestand. Veränderung ist also die Grundvoraussetzung für Leben!

Würde sich ein lebendes System nicht mehr verändern dürfen, stirbt es. 

So ist es natürlich auch im Berufsleben. Berufe verändern sich, Menschen verändern sich, Organisationen verändern sich, Bedürfnisse verändern sich, ständig und manchmal dramatisch schnell. Das ist die Normalität.

Es verwundert wenig, dass diese Erkenntnis für viele Menschen zuerst einmal zutiefst beunruhigend ist. Denn wir sind darauf getrimmt, Normalität mit Beständigkeit zu verwechseln. Und nach wenig sehnt sich der Mensch mehr als nach Beständigkeit. Beständigkeit bedeutet Sicherheit. Es wäre aber eine Illusion, die schon bald zerbrechen würde. Wir wären auf die Folgen dieser Negation nicht vorbereitet und damit noch mehr verunsichert, orientierungs- und hilflos.

Wie kann man die Veränderung also zu seinem Verbündeten machen? 

Man akzeptiert sie einfach.

Wenn man die Tatsache bewusst akzeptiert, dass Veränderung ein natürlicher, immer andauender Prozess ist, erreicht man eine entspannte und starke „Es ist, wie es ist“-Haltung. Und damit die Sicherheit, die man benötigt, um auf Veränderung optimal reagieren zu können.

Akzeptieren heißt aber nicht einfach hinnehmen, sie ist nicht mit Resignation oder gar Aufgabe gleichzusetzen! Hinnehmen würde bedeuten, die Situation aus der Passivität des Opferdaseins heraus anzunehmen und dysfunktionale Muster zu stärken. 

Vielmehr hat man mit der „Es ist, wie es ist“-Haltung vielmehr ein mächtiges Werkzeug zur Bewältigung anstehender Veränderungen in der Hand: es ist der mentale Zustand, der es einem erlaubt, gelassen über den Dingen zu stehen, man ist zurückgetreten und in der Lage, neue Situationen aus einem bewussten Abstand zu betrachten. Die Akzeptanz beinhaltet also einen aktiven Part der jeweilig anzunehmenden Situation, sie beinhaltet das bewusste Entscheiden.

Eine akzeptierende „Es ist, wie es ist“-Haltung eröffnet also die Möglichkeit, sich viel schneller und leichter auf Veränderungen pragmatisch einzustellen, diese sachbezogen zu bewerten, zu reagieren und zu handeln. Man spart Energie, Kraft und Zeit. Es kann Veränderungen beschleunigen, aber man steuert diese zu seinem Vorteil und zu seinem Nutzen.

Nun ist eine solche Haltung oft nicht in den Schoß gelegt. Wie bereits bemerkt ist der Mensch ein Gewohnheitstier, das gerne in der Beständigkeit seine Sicherheit sucht. Es bedeutet Arbeit. An sich selbst, seinen Gefühlen und Ängsten. Eine gute Bekannte meinte einmal zu mir, dass agile, evolutionäre wirtschaftliche Organisationen derzeit noch keine Zukunft haben. Ihre Argumentation: um neuen Systemen nachhaltig den Boden zu bereiten, müssten zuerst die Menschen darauf vorbereitet werden. Denn die Bereitschaft, ein neues System zuzulassen, sinkt mit der Angst vor Veränderung, weil diese nicht aus verschiedenen Gründen akzeptiert werden würde. Zuerst müssten die Menschen an sich arbeiten. Ein langer Weg also. Und jeder muss bei sich selbst anfangen.

Aber jeder kann bei sich selbst anfangen und ich möchte dafür hier fünf Schritte skizzieren, die vielleicht individuell helfen, eine gelassenere Haltung der Veränderung einzunehmen und die damit einhergehenden Vorteile zu genießen:

  1. Setzen Sie sich Akzeptanz als Ziel

Setzen Sie sich das Ziel, die eigenen aktuellen Reaktionen und Gefühle auf eine Veränderung gelassen und ohne Bewertung auch verbal benennen, akzeptieren und soweit notwendig auch tolerieren zu können. Machen Sie das auch mit der sich verändernden Situation!

  1. Ziel durch Begründung stärken

Dann geht es darum, dieses Ziel stark zu machen. Dies kann man erreichen, indem man sich bewusst macht, warum es gut ist, Veränderungen und die damit einhergehenden Gefühle zu akzeptieren. Was könnten sich für Vorteile für Sie ergeben?

  1. Gefühle als Verbündete sehen

Außerordentlich hilfreich für die Akzeptanz ist es, eine positive Einstellung gegenüber der veränderten Situation und seinen aktuellen Gefühlen zu aktivieren. Ihre Gefühle wollen nur das Beste für Sie, sie sind dazu da, sie zu schützen. 

  1. Eigene Belastbarkeit bewusst machen

Es ist hilfreich, sich in Erinnerung zu rufen, was man in der Vergangenheit schon alles an Gefühlen und Veränderungen aushalten konnte. Was ist in Ihrem Leben schon alles passiert, was waren einschneidende Erlebnisse im Privatleben und Beruf?

  1. Vergänglichkeit von Gefühlen und Situationen bewusst machen

Schließlich ist es wichtig, sich klar zu machen, dass Gefühle und Situationen nicht ewig dauern, sondern sich von alleine ändern – auch dann, wenn man sie nicht aktiv zu beeinflussen versucht.

Seien Sie geduldig mit sich in der Umsetzung. Das liest sich zwar vermutlich recht eingängig und logisch – aber manchmal können hohe Hürden in einem selbst auftauchen. Helfen kann hier ein Coach, der Sie auf dem Weg zu mehr Gelassenheit und Akzeptanz, zu mehr Abstand und klarer Entscheidungsfähigkeit begleitet.

Sprechen Sie mir mir – ich bin für Sie da!

Karl Michael Schölz